KIM im Praxisalltag: Kollegialer Austausch sinnvoll nutzen
12.02.2026 - Der Kommunikationsdienst KIM wird in vielen Praxen bislang vor allem für die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) eingesetzt. Sein volles Potenzial entfaltet KIM jedoch erst dann, wenn er konsequent für die innerärztliche und interprofessionelle Kommunikation genutzt wird.
Aktuell sind im Verzeichnisdienst der gematik rund 300.000 KIM-Adressen hinterlegt. Dazu zählen Praxen, Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen ebenso wie Krankenhäuser, Apotheken, Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen. Die Suche nach passenden KIM-Adressen ist über verschiedene Kriterien wie Postleitzahl, Straße oder Praxis- bzw. Arztnamen möglich. Wie komfortabel diese Suche funktioniert, hängt maßgeblich vom eingesetzten Praxisverwaltungssystem (PVS) ab.
KIM-Adressen gezielt finden und speichern
Zusätzlich sind die KIM-Adressen von Praxen in der sogenannten „Kollegensuche“ (nur in der TI erreichbar) integriert. Diese Arzt- und Psychotherapeutensuche steht ausschließlich Praxen im Sicheren Netz der KVen zur Verfügung und ist über die Telematikinfrastruktur erreichbar.
Nach Eingabe des Namens einer Kollegin oder eines Kollegen werden die Kontaktdaten angezeigt. Über die Funktion „KIM-Adresse ermitteln“ kann die passende Adresse angezeigt, kopiert und direkt in das KIM-Mailprogramm übernommen werden.
Um den Aufwand bei der täglichen Nutzung gering zu halten, empfiehlt es sich, ein eigenes Adressbuch mit häufig benötigten KIM-Adressen anzulegen – idealerweise direkt im PVS. So können Arztbriefe oder Befunde schnell und sicher versendet werden. Allerdings unterstützen nicht alle PVS-Anbieter diese Funktion gleichermaßen.
KIM-Adresse sichtbar machen
Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen sollten ihre KIM-Adresse aktiv bekannt machen. Ähnlich wie eine herkömmliche E-Mail-Adresse sollte sie auf Briefköpfen, Visitenkarten, der Praxis-Website sowie auf Arztbriefen oder Befunden aufgeführt werden.
Je bekannter die KIM-Adresse ist, desto einfacher wird der sichere digitale Austausch im Versorgungsalltag.
Mehrere KIM-Adressen pro Praxis – sinnvoll bei größeren Strukturen
Pro Praxis ist mindestens eine KIM-Adresse verpflichtend, insbesondere für die Durchführung der eAU. In den meisten Fällen ist diese Adresse mit dem Praxisausweis (SMC-B) verknüpft.
Für größere Gemeinschaftspraxen oder MVZ kann es sinnvoll sein, zusätzliche praxisbezogene KIM-Adressen einzurichten. Zu einer Praxis können theoretisch bis zu 999 weitere KIM-Adressen registriert werden. Eingehende Nachrichten werden dann automatisch dem jeweiligen Postfach zugeordnet, beispielsweise dem der Gynäkologie oder der Hausarztpraxis. Auf diese Postfächer haben in der Regel mehrere Mitarbeitende Zugriff, sodass die Post auch bei Abwesenheiten eingesehen werden kann.
Daneben besteht die Möglichkeit, personenbezogene KIM-Adressen für einzelne Ärzt:innen oder Psychotherapeut:innen einzurichten. Diese bieten den Vorteil, dass Nachrichten ausschließlich von der jeweiligen Person gelesen werden können. Der Nachteil: Die Entschlüsselung erfolgt über den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA). Ist dieser nicht im Kartenterminal gesteckt – etwa bei Urlaub oder Krankheit – kann niemand sonst in der Praxis die Nachrichten einsehen.
© iStock lerbank: Die Kommunikation mit KIM wird unter den Leistungserbringern digitaler.
Kosten und Vergütung
Die Einrichtung des KIM-Dienstes kostet je nach Anbieter etwa 80 bis 100 Euro. Die laufenden Kosten liegen bei rund 6 bis 8 Euro pro Monat und Adresse.
Diese Kosten werden nicht gesondert erstattet, sind jedoch vollständig durch die TI-Pauschale abgedeckt. Für zusätzliche KIM-Adressen erfolgt keine separate Kostenerstattung.
Für den elektronischen Versand von Arztbriefen erhalten Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen eine Vergütung von 28 Cent pro Brief (GOP 86900). Für den Empfang wird 27 Cent (GOP 86901) vergütet.
Ihr TI-Team von daten-strom unterstützt Sie bei der optimalen Einrichtung und Nutzung von KIM – von der Adressstruktur über die Integration ins PVS bis hin zur sicheren Umsetzung im Praxisalltag.
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