ePA wird weiterentwickelt: Anpassungen an Praxisverwaltungssystemen erforderlich
10.07.2026 - Die gematik hat angekündigt, dass die nächste Ausbaustufe der elektronischen Patientenakte (ePA) schrittweise eingeführt wird. In diesem Zusammenhang werden die ePA-Aktensysteme aktualisiert. Für Arzt- und Psychotherapiepraxen kann dies vorübergehend Auswirkungen auf die Darstellung einzelner Inhalte im Praxisverwaltungssystem (PVS) haben.
Die elektronische Patientenakte wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den Austausch medizinischer Informationen zu verbessern und neue Funktionen bereitzustellen. Im Rahmen dieser Weiterentwicklung werden die ePA-Aktensysteme auf eine neue Version umgestellt.
Nach Angaben der gematik wird das erste ePA-Aktensystem bereits in den kommenden Tagen aktualisiert. Das zweite Aktensystem soll im Juli 2026 auf die neue Version umgestellt werden.
© i-Stock: Die nächste Ausbaustufe der ePA steht an: Rollout der ePA-Aktensysteme auf die Version 3.1.3
Elektronische Medikationsliste künftig als strukturierter Datensatz
Eine wesentliche Änderung betrifft die elektronische Medikationsliste (eML).
Diese wird künftig als strukturierter Datensatz im internationalen Standard FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) bereitgestellt. FHIR gilt als moderner Standard für den Austausch medizinischer Informationen und soll die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Systemen weiter verbessern.
Für die Praxis bedeutet dies: Die Hersteller von Praxisverwaltungssystemen müssen ihre Software teilweise an die neuen technischen Vorgaben anpassen, damit die Medikationsdaten weiterhin komfortabel und übersichtlich dargestellt werden können.
Mögliche Einschränkungen nach der Umstellung
Die gematik weist darauf hin, dass nach der Umstellung vereinzelt Einschränkungen innerhalb von Praxisverwaltungssystemen auftreten können.
Betroffen sein können beispielsweise:
- die Anzeige der elektronischen Medikationsliste (eML),
- einzelne Darstellungsfunktionen innerhalb der ePA,
- oder andere ePA-bezogene Funktionen des Praxisverwaltungssystems.
Ob und in welchem Umfang eine Praxis betroffen ist, hängt vom jeweiligen Softwarehersteller und dem eingesetzten PVS ab.
Was Praxen jetzt tun sollten
Grundsätzlich besteht aktuell kein unmittelbarer Handlungsbedarf für Praxen.
Sollten nach der Umstellung Auffälligkeiten oder Einschränkungen bei der Nutzung der elektronischen Patientenakte auftreten, empfiehlt die gematik, sich direkt an den jeweiligen PVS-Hersteller oder den betreuenden IT-Dienstleister zu wenden.
Praxen sollten außerdem sicherstellen, dass:
- aktuelle PVS-Updates zeitnah installiert werden,
- Hinweise ihres Softwareherstellers beachtet werden,
- und neue ePA-Funktionen regelmäßig geprüft werden.
Hintergrund: Die ePA wird schrittweise ausgebaut
Die elektronische Patientenakte entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Plattform für den digitalen Austausch medizinischer Informationen.
Mit jeder neuen Ausbaustufe werden weitere Funktionen eingeführt und bestehende Prozesse standardisiert. Ziel ist es, die Verfügbarkeit relevanter Gesundheitsdaten zu verbessern und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen zu erleichtern.
daten-strom empfiehlt
Praxen sollten in den kommenden Wochen auf Hinweise ihres Praxissoftware-Herstellers achten und auftretende Auffälligkeiten bei der Nutzung der ePA zeitnah melden. Viele Anpassungen erfolgen im Hintergrund und werden durch Software-Updates automatisch bereitgestellt.
Ihr IT-Team von daten-strom begleitet Arzt- und Psychotherapiepraxen bei Fragen rund um die elektronische Patientenakte, die Telematikinfrastruktur und die sichere Digitalisierung im Gesundheitswesen.
Quelle: Gematik
Haben Sie eine Frage?
Zögern Sie nicht, uns zu den Themen Telematik, Informationssicherheit und Cybercrime zu kontaktieren.
Wir sind gerne für Sie da und unterstützen Sie mit Rat und Tat.
