Bundeslagebild Cybercrime 2025: Praxen bleiben attraktives Ziel für Cyberkriminelle

09.06.2026 - Das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundeskriminalamt (BKA) haben das Bundeslagebild Cybercrime 2025 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen: Deutschland bleibt eines der wichtigsten Ziele für Cyberangriffe weltweit. Besonders Unternehmen, Behörden und kritische Infrastrukturen geraten zunehmend in den Fokus organisierter Cyberkriminalität – und damit auch Arzt- und Psychotherapiepraxen.

Laut Bundeslagebild wurden im Jahr 2025 rund 334.000 Fälle von Cybercrime registriert. Besonders alarmierend: Rund zwei Drittel der Taten wurden aus dem Ausland oder von unbekannten Tatorten aus begangen. Das geschätzte Schadensvolumen für die deutsche Wirtschaft liegt inzwischen bei 202,4 Milliarden Euro – rund 4,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts.

Das tatsächliche Ausmaß dürfte nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden deutlich höher liegen, da viele Vorfälle nicht angezeigt oder erkannt werden.

Ransomware bleibt zentrale Bedrohung

Besonders kritisch bleibt die Bedrohung durch Ransomware-Angriffe. 2025 wurden laut BKA 1.041 Ransomware-Fälle angezeigt – ein Anstieg von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bei diesen Angriffen verschlüsseln Kriminelle IT-Systeme und Daten, um anschließend Lösegeld zu erpressen. Besonders betroffen sind:

  • Unternehmen
  • öffentliche Einrichtungen
  • medizinische und kritische Infrastrukturen

Die durchschnittlichen Lösegeldforderungen steigen dabei weiter an. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass immer mehr Organisationen durch bessere Sicherheitsmaßnahmen und funktionierende Datensicherungen widerstandsfähiger werden.

Warum Praxen besonders gefährdet sind

Auch Arzt- und Psychotherapiepraxen geraten zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen. Gründe dafür sind unter anderem:

  • hoch sensible Patientendaten
  • häufig begrenzte IT-Ressourcen
  • starke Abhängigkeit vom Praxisverwaltungssystem
  • zunehmende Digitalisierung und TI-Anbindung

Bereits kurze Ausfälle können erhebliche Folgen für:

  • die Patientenversorgung
  • Terminabläufe
  • die Abrechnung
  • und den Datenschutz haben.

daten-strom beobachtet seit Jahren, dass Angriffe auf medizinische Einrichtungen professioneller, gezielter und technisch raffinierter werden.

BMI / C&S Media / Tobias Koch: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und BKA-Vizepräsidentin Martina Link stellen das Bundeslagebild Cybercrime 2025 vor

Künstliche Intelligenz verändert die Bedrohungslage

Das Bundeslagebild hebt außerdem hervor, dass Cyberkriminelle zunehmend Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen.

KI-basierte Werkzeuge ermöglichen:

  • realistischere Phishing-Nachrichten
  • automatisierte Angriffe
  • professionell wirkende Betrugsversuche
  • schnellere Auswertung von Schwachstellen

Gleichzeitig eröffnet KI jedoch auch neue Möglichkeiten für die IT-Sicherheit, etwa bei der frühzeitigen Erkennung von Angriffsmustern oder Sicherheitsanomalien.

Sicherheitsbehörden wollen Cyberabwehr stärken

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt betonte, dass der Staat im digitalen Raum nicht „Zuschauer“ bleiben dürfe und Sicherheitsbehörden technisch wie rechtlich gestärkt werden sollen.

Auch das BKA weist darauf hin, dass sich Cyberkriminelle kontinuierlich weiterentwickeln und der Druck auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft hoch bleibt.

Was Praxen jetzt tun sollten

daten-strom empfiehlt Praxen insbesondere:

  • regelmäßige Datensicherungen
  • aktuelle Sicherheitsupdates
  • Sensibilisierung des Praxisteams
  • sichere Passwort- und Zugriffsrichtlinien
  • Netzwerksegmentierung und Schutz sensibler Systeme
  • Vorbereitung auf IT-Notfälle und Ausfallszenarien

Cybersecurity sollte dabei nicht als rein technisches Thema verstanden werden, sondern als wichtiger Bestandteil der Patientensicherheit und Praxisorganisation.

Weitere Informationen

Das vollständige Bundeslagebild Cybercrime 2025 stellt das Bundeskriminalamt auf seiner Website zur Verfügung.

Informationen zu Schutzmaßnahmen finden sich außerdem beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie bei den Zentralen Ansprechstellen Cybercrime der Polizei.

Das Bundeslagebild Cybercrime und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des BKA: www.bka.de/BLBCybercrime2025

Informationen zu Schutzmaßnahmen für Unternehmen, Behörden und Verbraucherinnen und Verbraucher: www.bsi.bund.de

Kontakt zu den Zentralen Ansprechstellen Cybercrime für Unternehmen: www.polizei.de/zac

Ihr IT-Team von daten-strom unterstützt Arzt- und Psychotherapiepraxen bei der Prävention, Absicherung und Bewältigung von Cyberangriffen – praxisnah, verständlich und auf die besonderen Anforderungen medizinischer Einrichtungen abgestimmt.

Quelle: BMI

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