TI-Messenger (TIM)

Künftig könnte ein großer Teil der einrichtungsübergreifenden und internen Kommunikation zwischen den Praxen, Mitarbeitern, intersektoral zwischen den Gesundheitseinrichtungen wie der Pflege, Krankenhaus, etc. über den TI-Messenger laufen. Ende 2023 werden die ersten TIM-Dienste von der Gematik zugelassen sein und der Rollout der Version 1.1 kann bald beginnen. Die gesetzlichen Grundlagen für TIM wurden bereits im Oktober 2021 mit dem Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) beschlossen.

Direkt vorweg: TIM ist keine Pflichtanwendung wie z. B. KIM sondern für die Gesundheitseinrichtungen eine freiwillige Erweiterung.

TIM kann die herkömmlichen Messenger-Dienste ersetzen

Messenger-Dienste sind schon heute im ärztlichen & psychotherapeutischen Behandlungsalltag angekommen und werden aktiv genutzt. Ob nun von Behandler zu Behandler oder von Behandler zum Patienten oder umgekehrt: Es  werden oftmals die üblichen kostenfreien oder kostenpflichtigen Angebote wie Whatsapp, Signal, Telegram zur Kommunikation genutzt. Jedoch sind diese in den meisten Fällen nicht mit dem Datenschutz vereinbar.

Zum einen gibt man über Metadaten, die Freigabe des Kontaktverzeichnisses und weiteren Datenschutzlöchern personenbezogene Daten preis oder es gibt keine „E2E“ Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sodass die Vertraulichkeit gewahrt bleibt. Gerade die Nutzung von Messenger-Dienste von Drittstaaten außerhalb der EU wirft Probleme auf. Die Alternativen wie E-Mail, Fax, SMS etc. sind ebenfalls oftmals datenschutzproblematisch mit spitzen Fingern anzufassen oder scheiden gänzlich aus. Und welcher Leistungserbringer will alles telefonisch erledigen? Das werden die Wenigsten machen wollen.

Mit TIM eröffnen sich neue Möglichkeiten einer sicheren und datenschutzkonformen Kommunikation über alle Berufsgruppen hinweg: TIM wird für Psychotherapie-Praxen genauso nutzbar sein, wie für die Hausarztpraxis, Logopädie-Praxis, Apotheken, Pflege-Einrichtungen, Krankenhäuser etc. und ein Nachrichtenaustausch in Echtzeit und vor allem ortsunabhängig möglich sein.

D. h. anders als bei KIM (siehe Link) ist eine direkte Anbindung an den Konnektor nicht erforderlich und sorgt so für ein Maximum an Flexibilität. Prinzipiell wird nur eine Internet-Verbindung benötigt. In der TIM-Version 2.0 wird es auch die Möglichkeit geben mit dem Versicherten zu kommunizieren. Eine Option die die Praxis nutzen könnte, aber nicht anbieten muss. Aber wir glauben, dass dies für viele Praxen eine attraktive Möglichkeit sein wird.

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Flexibler Einsatz von TIM

TIM wäre flexibel auf einem Smartphone, Tablett oder PC installierbar kann jederzeit bei Vorhandensein einer Internetverbindung auf Haus- oder Pflegeheimbesuchen, ob Zuhause oder auf einer Fortbildung genutzt werden.

Derzeit wird noch geprüft, ob ein allgemeines TIM-Konto für das Praxis-Personal möglich ist. D. h. eine Art Funktionspostfach welches nicht an einen Heilberufler gebunden ist. So könnte der Heilberufler auf Hausbesuchen direkt dem Praxisteam ein eRezept oder eine eAU anweisen auszustellen, anstatt auf analoge Formulare zurückzugreifen. Die Interoperabilität zwischen den verschiedenen TIM-Hersteller-Produkten soll gewährleistet sein. D. h. es spielt grundsätzlich keine Rolle, welchen TI-Messenger man einsetzt. Es wäre vielmehr eine Frage der Kosten, des Feature-Umfangs und der Kompatibilität mit den Primärsystemen bzw. PVS- oder AIS-Systemen.

Hier wären wir beim nächsten Vorteil: TIM könnte direkt in das PVS Hasomed Elefant, Psyprax, Medatixx, Epikur etc. eingebunden werden, wenn die PVS-Hersteller die entsprechende Schnittstelle bereitstellen würden. Dazu sind sie nicht verpflichtet, aber ohne diese Schnittstelle könnte es für den jeweiligen Anbieter zu einem Wettbewerbsnachteil entwickeln. Mit dieser Primärsystem-Integration könnte die Praxis direkt Nachrichten an den Patienten schicken wie z. B. Terminerinnerungen, Einladungen zur Online-Videosprechstunde, Formulare wie die Datenschutzerklärung, Einwilligungserklärungen, Erstanamnese-Bögen usw..

Der Patient hat die Gelegenheit direkt darauf zuzugreifen und zu antworten. Denkbar wäre auch, dass diese Kommunikation direkt in die Patientenakte überspielt wird, sodass der Behandler seinen Dokumentationspflichten nachkommen kann und im besten Falle eine revisionssichere Archivierung im letzten Schritt erfolgt.

KI: Kollege Computer übernehmen Sie?

Die Künstliche Intelligenz (KI) wird auch im ambulanten Sektor mehr und mehr Einzug finden. Zu dem Thema finden Sie im übrigen einen eigenen Themenblock. (Link)  In Bezug zu TIM kann die KI Ihnen Arbeit abnehmen. Ein möglicher KI-Chatbot kann für Sie Standard-Aufgaben im Rahmen z. B. bei der Patienten-Kommunikation übernehmen.

Denkbar wäre z. B. dass der TIM-KI-Chatbot bei Erstanfragen den Interessenten mitteilt, dass z. B. keine Therapieplätze frei sind oder die Praxis von/bis geschlossen ist und die Vertretung übernehmen Dr. XYZ oder wenden Sie sich in dringenden Fällen an den Notdienst oder die 116117. Weiterhin kann der Chatbot Termine bestätigen, erinnern oder auch absagen.

Freiwerdende Terminslots könnte der Chatbot anhand einer Warteliste in einer bestimmten Reihenfolge anschreiben und bei Zusagen im Kalender buchen. Das sind alles nur Überlegungen und Möglichkeiten, die Ihnen ein TIM-KI-Chatbot bieten könnte, um die Praxis-Organisation zu entlasten, um mehr Behandlungszeit für Patienten zu schaffen.

Roadmap TI-Messenger
Ausbaustufe TIM V 1.1

Mit der ersten Stufe des TI-Messenger wird die anbieter- & sektorenübergreifende sichere Chat-Kommunikation zw. Leistungserbringer/-innen und Einrichtungen im Gesundheitswesen realisiert.

Somit unterstützt der TI-Messenger in der Version 1.1:

  • Textnachrichten
  • Bild- und Tonübertragung

Für wen interessant? *

  • Ärzte, Psychotherapeuten, Zahnärzte, Krankenhäuser, Apotheken, Pflege
Ausbaustufe TIM V 2.0

Die zweite Stufe des TI-Messengers ermöglicht die Kommunikation zwischen Krankenkassen und Versicherten.

Somit unterstützt der TI-Messenger in der Version 2.0:

  • gesteuerter Leistungserbringer-Nachrichtenaustausch mit GKV-Versicherten
  • Nachrichtenaustausch zwischen GKV-Versicherten und Kassen
  • Weiterleitung von E-Rezept-Token
  • Kommunikation mit den Krankenkassen

Für wen interessant? *

  • Leistungserbringer:Innen und GKV-Patienten
Ausbaustufe TIM V 3.0

Die dritte Stufe des TI-Messengers ermöglicht den Austausch per Videochat.

Somit unterstützt der TI-Messenger in der Version 3.0:

  • Videochat- & VoIP Kommunikation zur Abbildung von Telekonsilen und Videosprechstunden

Für wen interessant? *

  • Leistungserbringer:Innen und GKV-Patienten

* Bei einer Bereitstellung des TI-Messengers durch eine Leistungserbringerorganisation ist eine SMC-B notwendig.

TI-Messenger-Sicherheit

Sobald die TI-Messenger für Computer-Endgeräte wie Smartphones, PCs, Tablets etc. zur Verfügung stehen, setzen wir uns dafür ein, dass diese nicht nur eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aktiviert haben, sondern auch nach den Grundsätzen der DSGVO datenschutzkonform sind. In dem Punkt lautet eine Voraussetzung, dass Nutzungsdaten bzw. personenbezogenen Daten allgemein nicht unzulässigerweise ohne Zustimmung des Users an Google, Meta und anderen Daten-Sammelstellen abfließen.

Weiterhin muss die Integrität der Nachrichten in jeder Situation gewährleistet sein. Eine dem Stand der Technik angepasste Authentifizierung (vor allem beim Erstsetup an einem Endgerät) darf nicht fehlen. Der offene Messenger-Standard der Matrix.org bietet die Grundlage für eine sichere und moderne Kommunkations-Anwendung.

Fazit

TIM könnte einen echten Mehrwert im Gesundheitswesen bringen und die Kommunikation untereinander professionell und sicher gestalten. Ein interdisziplinärer und über die Sektorgrenzen hinweg funktionierender Kommunikationskanal wäre auch dringend erforderlich. Die Nachrichtenaustausch mit Krankenkassen, der kassenärztlichen Vereinigungen, Öffentlicher Gesundheitsdienst etc. und letztendlich mit den Versicherten hat hohes Potential. ACHTUNG: Wer jetzt schon Angst bekommen hat, die Flut an Patienten-Chats nicht mehr bewältigen zu können, gibt es jetzt schon eine gute Nachricht: die Praxis hat selber in der Hand, ob sie Chats mit Patienten überhaupt zulässt oder nur mit bestimmten Patienten.

TIM wird nicht verpflichtend sein, aber dennoch gehen wir davon aus, dass sich TIM eine hohe Verbreitung erlangen wird.

P.S.: Wir werden einen zertifizierten und zugelassenen TIM-Dienst für Leistungserbringer bzw. Leistungserbringer-Organisationen anbieten. Unser TIM-Dienst wird interoperabel, zuverlässig, sicher, unkompliziert und grundsätzlich PVS-System (Praxisverwaltungssystem) unabhängig sein. Sobald dieser zur Verfügung steht, werden wir Sie an der Stelle informieren.

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